Unternehmen zwischen unterschiedlichen Kulturen
Probleme bei transnationalen Firmengründungen oder Firmenzusammenschlüssen sind hinlänglich bekannt (Daimler Chrysler, Airbus). Sie ergeben sich aus unterschiedlichen Vorstellungen und Denkansätzen für Problemlösungen und den unterschiedlichen überlieferten Standards. Der (interne) Kampf ist häufig ein Verdrängungsprozess: eine Kultur wird auf Kosten einer anderen Kultur durchgesetzt. Es wird nicht nach dem Innovationspotential gefragt, nicht nach dem, was die Leistungsfähigkeit erhöhen könnte.
Dabei sollte doch hinlänglich bekannt sein, daß immer dann Hochkulturen entstehen, daß es immer dann Innovationschübe gibt, wenn unterschiedliche Kulturen gleichwertig zusammengeführt werden, wobei die Vorteile unterschiedlicher Kulturen miteinander kombiniert werden, die Nachteile jedoch minimiert werden. Als Beispiel möge das Chicago der 20-ger und 30-ger Jahre des letzten Jahrhunderts dienen, wo unterschiedliche Kulturen zusammentrafen: es gab und gibt noch immer unvoreingenommenes Unternehmertum und im Gefolge dessen enorme Innovationsschübe.
Und eben diese Unvoreingenommenheit, die kulturelle Offenheit haben zu einer Dynamik geführt, wie es sie in kulturell abgeschlossenen Räumen in der Regel nicht gibt.