Unterschiedliche Sichtweisen auf Unternehmen (in Schwarz Weiß)

Betriebswirtschaftliche Sichtweise

Unternehmenskonzepte sind in der Regel von den vorherrschenden Betriebwirtschaftlichen Lehrmeinungen geprägt: man mache einen Ablaufplan, einen dazugehörigen Organisationsplan, ein controlling System sowie sowie ein auf Organisationsmitglieder gerichtetes Motivations- und Kontrollsystem. Wenn jeder seine Arbeit den den daraus abgeleitende Anforderungen entsprechend ausführt, dann ist alles in Ordnung und es kann nichts schief gehen. Wenn wider Erwarten etwas schief gehen sollte, dann liegt das an einer Abweichung, an einem Fehler. Der muss gesucht, festgestellt und behoben werden. Da ein Fehler in der Regel nicht eine Eintagsfliege ist, muss ein enormer Aufwand an Suchen, Feststellen und Beheben von Fehlern betrieben werden. Da das schwache Glied in der Kette in der Regel der Mensch ist, führt dies zusätzlich zu psychischen und sozialen Belastungen.

Dass vollständige Information und Wissen für Ablaufplan und Organisationsplan das Bild idealtypisch bestimmen und oft auch zu Wunschdenken führt, erhöht die Chance auf eine eher unrealistische Einschätzung der Lage.

Suche nach Personen die einen Fehler gemacht haben und dafür die Konsequenzen übernehmen müssen, ist rückwärts orientiert, richtet sich auf Vergangenes. Es geht weniger um die personalen Konsequenzen eines Fehlers, sondern um die schnelle Problemlösungen, die letztendlich den Erfolg bestimmen.
Vollständiges Wissen und umfassende Information ist eine Illusion. Darum kommt es darauf an, die Kapazität zu erhöhen, "on the fly" für ein Problem, für Unvorhergesehenes relevante Informationen schnell zu erlangen und effektiv in vorhandenes Wissen für aktuellen Problemlösungen einzuarbeiten. Beispiel sind alte Schifffahrtsnationen, deren Unternehmenskultur noch heute unter anderem hierdurch geprägt ist.
Man muss nicht kontrollieren wollen, was man nicht kontrollieren kann.

Sichtweise (Bio-)Kybernetik

Aus der biokybermnetischen Sichtweise geht es darum, komplexe System zu steuern. Um ein Produkt zu fertigen oder eine Dienstleistung zu erstellen, müssen vier Managementfunktionen erfüllt werden, nämlich (Selbst-) Koordination, operatives Management, Strategisches Management und schließlich kulturelles Management, die die Bedürfnisse des operativen und des strategischen Managements in Balance halten muß.

Hier ist es weniger relevant, um alles zu wissen, sondern nur um das zu wissen was benötigt wird, um schnell Entscheidungen treffen zu können, die das Unternehmen unter allen möglichen Umständen nicht nur überleben lassen, sondern die das Unternehmen in die Lage versetzt, einen eigenen Kurs zu fahren.
Als Beispiel für ein komplexes System möge ein Gartenteich dienen. Ein Hausteich ist ein Biotop, dass durch jeden Hausgärtner "gesteuert" werden kann ohne dass der Hausgärtner alle (kausalen) Zusammenhänge innerhalb des Biotops kennen muss: sein Teich entwickelt sich über die Jahre so, wie er es sich vorstellt, indem er einiges aus dem Teich entfernt, anderes hinzufügt.

Der biokybernetische Ansatz reduziert den Bedarf an Wissen und strukturiert benötigtes Wissen anhand der oben genannten Managementfunktionen.

Sichtweise Wahrscheinlichkeit

Ein weiterer Ansatz geht davon aus, dass das was in der Zukuft geschehen wird, gleich wahrscheinlich oder gleich unwahrscheinlich ist. Abweichungen kann es also logisch nicht geben. Die zentrale Frage ist dann, was die Chance erhöht, dass ein bestimmtes Ereignis wahrscheinlicher auftritt als alle anderen.
Diese Frage ist nicht neu und wurde schon vor über hundert Jahren aufgeworfen: was erhöht die Chance, dass eine Person sich so verhält wie man es von ihr erwartet. Was könnte das sein?

Beispielehaft: was erhöht die Chance, daß mir jemand zuhört? Ich bezahle jemanden dafür (Geldmotiv), oder ich bin ein Guru (charismatische Motiv), jemand liebt mich (emotionales Motiv), Jemand hört mir zu weil dieser jemand mir unterstellt, daß ich über relevantes Expertenwissen verfüge (ideelles oder materielles Motiv), oder eine Kombination einiger oder aller Motive.
Für Unternehmen ist von Interesse, mit oben genannten Motiven sorgfältig umzugehen, um so die Chance zu erhöhen, daß jeder im Unternehmen bereit ist sein Bestes zu geben.

Alle Sichtweisen können kombiniert werden; die Dr. G. Peters Consulting arbeite mit einer Kombination der Sichtwiesen Biokybernetik und Wahrscheinlichkeit.